So funktioniert Wasser- und Frostschutz im Tunnel

Bei einem Tunnelprojekt ist es oft der Vortrieb, der die meiste Aufmerksamkeit erhält. Aber der Weg zu einem fertigen Tunnelsystem besteht aus weit mehr als nur dem Sprengen selbst. Nachdem das Gestein entfernt wurde, beginnt eine aufwändige Arbeit, bei der mehrere Disziplinen eng zusammenarbeiten, um den Tunnel fertigzustellen.
«Nach Abschluss der Bohr- und Sprengarbeiten beginnt die Arbeit erst richtig. In dieser Phase zählt jedes Detail, und wir arbeiten auf den Millimeter genau», erklärt Ann-Mari Beitdokken, Bauleiterin bei Implenia Norwegen.
Ann-Mari arbeitet beim Projekt Rogfast in Randaberg, wo Implenia den Boknafjord-Tunnel für die norwegische Straßenverwaltung baut. Der Tunnel wird nach Fertigstellung der tiefste und längste Unterseestrassentunnel der Welt sein.
Das Projekt E39 Rogfast, Los E02 Kvitsøy

Das Los E02 Kvitsøy gilt als komplexester Teil des Rogfast-Projekts und umfasst einen etwa 8,8 km langen, zweiröhrigen, zweispurigen Strassentunnel mit einem Querschnitt von 10,5 Metern, der sowohl südlich als auch nördlich von Kvitsøy verläuft. Zudem entsteht ein aufwendiges Kreuzungsbauwerk untertage mit Kreisverkehren und Anbindung von Kvitsoy über eine untertägige Rampe.
In Rogfast wird der Wasser- und Frostschutz mit Betonelementen ausgeführt. Damit die Installation wie geplant ablaufen kann, müssen die Vorarbeiten äusserst präzise sein.
Bevor die Betonelemente eingehoben werden können, muss der Tunnel gründlich vorbereitet werden. Zuerst wird der Fels gesichert und die Oberfläche vorbereitet. Anschliessend werden Anker und Befestigungsdetails gebohrt und montiert, um die korrekten Fixpunkte für die Elemente zu schaffen. Danach wird eine Membran als Abdichtung (Wasserschutz) hinter der Konstruktion installiert. Sobald dies erledigt ist, beginnen die Arbeiten an der Verankerung. Hohe Präzision ist entscheidend, damit die Montage effizient und gemäss Plan abläuft.
Installation auf den Millimeter genau
Das Team setzt Absteckung und Vermessung ein, um sicherzustellen, dass die Bolzen mit hoher Präzision positioniert sind – so lassen sich die Betonelemente bei der Montage effizient einheben.
«Es gibt viele unterschiedliche Methoden für den Wasser- und Frostschutz – im Projekt Rogfast lösen wir das mit Betonelementen», erklärt Supervisor Øystein Opseth.
Die Arbeiten erfolgen mit einer Essverk-Elementmaschine mit Vakuum. Die Anlage wird vom Bediener über das Bedienpult ferngesteuert. Das ermöglicht eine gute Kontrolle der Arbeit und trägt zu einer sicheren und effizienten Ausführung bei – unter Berücksichtigung aller HSE-Vorgaben.
Ausführung parallel zum Tunnelvortrieb
Beim Projekt Rogfast ist die Situation etwas anders als bei vielen anderen Tunnelprojekten. Hier laufen die Arbeiten für den Wasser- und Frostschutz bereits, während an der Ortsbrust noch vorgetrieben wird. Das erfordert eine gute Koordination und tägliche Anpassungen zwischen den Teams, was in der Praxis bestens funktioniert.
«Solange die Lüftung so gut arbeitet wie hier, ist es kein Problem, in einem Tunnel zu arbeiten, in dem gleichzeitig gebohrt und gesprengt wird. Dass mehrere Aktivitäten parallel laufen, zeigt sowohl die Leistungsfähigkeit als auch das Zusammenspiel im Projekt», betont Ann-Mari.








