Tunnelprojekt auf der Überholspur

«Wir sanieren zurzeit die zweite Röhre des Gubristtunnels und sind unserem Zeitplan um mehrere Wochen voraus», erklärt Projektleiter Sadat Lataj vom Implenia Tiefbau Zürich. Der erfreuliche Baufortschritt erstaunt Eingeweihte nicht: Das Team ist bekannt für seine speditive Arbeitsweise, schon bei der Sanierung der ersten Röhre bei laufendem Verkehr waren die Arbeiten ganze 44 Tage früher abgeschlossen.
Lean-Vorzeigeprojekt Gubrist: So funktioniert’s
Was beim Besuch vor Ort dagegen sehr wohl erstaunt: Bei aller Geschäftigkeit wirken die Beteiligten entspannt, Hektik ist nicht zu erkennen. Das Geheimnis? «Lean!», antwortet Sadat, ohne zu zögern. «Die Lean-Arbeitsmethode begleitet uns auf diesem Projekt von Anfang an. Wir haben enorm viel Zeit in die Arbeitsvorbereitung investiert, sämtliche Erfahrungen aus der Sanierung der ersten Röhre festgehalten, alle Arbeitsschritte von Anfang an mit allen Beteiligten durchgeplant und -getaktet. Das waren viele Stunden an Austausch, Diskussionen, Absprachen, auch an Schulungen. Am Ende wussten alle, was wir hier wie in welcher Reihenfolge bauen wollen und wie sie dazu beitragen.»
Bis zu 170 Mitarbeitende, enger Taktplan, wenig Platz
Tunnelbau-Projektleiter und Baustellenchef Thomas Geiger ist seit Beginn der Arbeiten an der 2. Tunnelröhre Anfang Januar 2026 täglich vor Ort und bestätigt: Die Herausforderung bei diesem Projekt liegen im sehr eng getakteten Zeitplan, den vielen Beteiligten und den knappen Platzverhältnissen. Bis zu 170 Mitarbeitende arbeiten im Zweischichtbetrieb täglich von 6:00 bis 22:00 Uhr und teilen sich für ihre vielen Aufgaben wenige Zugänge zum Tunnel. Da ist es zentral, dass alle die gegenseitigen Abhängigkeiten verstehen und sich strikt an den Zeitplan halten. «Wenn jemand übererfüllt, kommt er jemandem anderen in die Quere», erklärt er.

Thomas Geiger hat 32 Jahre Erfahrung im Tunnelbau, wo langgezogene Linienbaustellen industrielle Bauweisen begünstigen. «Lean führt diese Denkweise fort und sorgt für ein Maximum an Effizienz, z.B. hier an der Tagbaustelle Weinigen, wo alle Zufahrten auf dieser Seite des Tunnels mit den laufenden Baustellenarbeiten kombiniert werden müssen. Eine planerische Meisterleistung.»
Erfolgsrezept: erfolgreiche Kommunikation
Beide Projektleiter sind sich einig: Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der erfolgreichen Kommunikation. Thomas Geiger: «Schon die ARGE besteht aus drei Unternehmen mit unterschiedlichen Unternehmenskulturen. Dazu kommen die vielen Subunternehmer. Wenn man im Vorfeld Pläne bespricht, führen unterschiedliche Herangehensweisen nicht selten zu Reibungen. Indem wir strittige Punkte konsequent ausdiskutieren, räumen wir viele Schwierigkeiten von Anfang an aus dem Weg und liefern insgesamt ein besseres Ergebnis ab. Der Erfolg gibt uns Recht.»
Auch Sadat Lataj ist überzeugt, dass die Lean-Methode die Arbeit der Teams nicht nur schneller, sondern auch besser macht. «Die vorausschauende Planung vermeidet, dass viele Fehler auch nur passieren. Wir verhindern Verschwendung – von Zeit, Material, Ressourcen, produzieren keinen Überschuss. Bessere Logistik ist automatisch auch nachhaltiger.»

Erfreulicher Nebeneffekt: Die Teams arbeiten nicht nur besser, es geht ihnen auch besser dabei. Sadat Lataj: «Auf vielen Baustellen müssen die Teams permanent auf neue Herausforderungen reagieren. Dieser Stress fällt bei uns zu einem grossen Teil weg. Wenn es läuft, bleiben alle gelassener und erledigen ihre Arbeit souveräner. Und ich komme pünktlich nach Hause zu meiner Familie!»







Das Projekt Gubristtunnel

Zwischen 2023 und 2027 saniert Implenia als Teil der ARGE GUBRI die erste und zweite Röhre des Gubristtunnels. Die Arbeiten umfassen auch den Rückbau der Fahrbahn und der Bankette sowie den Neubau des Werkleitungskanals und der abgesenkten Fahrbahn.



