Gotthard-Tunnel: Im perfekten Zusammenspiel zum Durchbruch

Es war ein weiterer grosser Moment, als die Tunnelbohrmaschine (TBM)«Alessandra» in die bereits ausgebrochene Störzone Nord durchschlug. Nach rund einem Jahr Vortrieb von Göschenen aus in Richtung Süden erreichte die Maschine Ende April das nächste Zwischenziel – nach etwa 3,8 Kilometern durch das Bergmassiv.
Der Durchbruch am Gotthard in Bildern
Wie ein grosses Puzzle
«Bis wir hierher kamen, musste sehr viel miteinander funktionieren und geplant werden», sagt Gabriela Walker, Ingenieurgeologin im Video. Hinter jedem Meter Tunnel stecken enorme Expertise – und eine präzise Planung. Das betrifft die TBM ebenso wie den Workflow. «Die TBM benötigt eine genaue Planung, um die Produktion zu optimieren. Tritt ein Fehler auf, steht der gesamte Betrieb still», sagt TBM-Meister Alain Balatti. Und Bauführerin Julia Geist ergänzt: «Da wir direkt am Portal mit den Aussenarbeiten anschliessen, müssen die Arbeitsabläufe exakt aufeinander abgestimmt sein.»
Der Tunnel, die Maschine, die Aussenarbeiten und das gesamte Team der Baustelle müssten zusammenspielen wie ein grosses Puzzle. Und genau so entstehe der neue Gotthardtunnel.
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Zweite Röhre für wichtige Verkehrsader
Die Gotthard-Nord-Süd-Achse durch die Alpen zählt zu den wichtigsten Verkehrsverbindungen Europas. Sie verbindet Menschen, Regionen und Wirtschaftsräume über Landesgrenzen hinweg und spielt eine zentrale Rolle für Mobilität und Versorgungssicherheit.
Seit Oktober 2022 realisieren Implenia und die Frutiger Gruppe im Auftrag des Bundesamts für Strassen ASTRA in der «ARGE secondo tubo» das Nordlos der zweiten Röhre des Gotthard-Strassentunnels. Der Durchbruch ist ein starkes Signal für die Leistungsfähigkeit der firmenübergreifenden Teams und für die Präzision im TBM‑Vortrieb unter anspruchsvollsten geologischen Bedingungen.
Wie geht es weiter?
Bis zu den Sommerferien wird die TBM die rund 400 Meter lange Störzone hindurchgezogen. Dann nimmt «Alessandra» die weiteren ca. 4 Kilometer des Nordloses in Angriff. «Beim Bau eines Tunnels dieser Grössenordnung ist die Geologie etwas sehr Entscheidendes», betont Gabriela Walker. «Sie bestimmt, wie gut sich die Tunnelbohrmaschinedurch den Felsen bohren kann und falls instabile Zonen auftreten, wie dass die Maschine auf die Geologie reagieren muss.»

Mehr Sicherheit für die Zukunft
Die Arbeiten werden voraussichtlich im Oktober 2029 abgeschlossen sein. Nach dem Endausbau wird der Verkehr zunächst durch die neue Röhre geführt, bevor die bestehende Röhre saniert wird. Künftig wird der Verkehr getrennt nach Richtungen einspurig durch beide Tunnel geführt – für mehr Sicherheit, höhere Verfügbarkeit und eine zukunftsfähige Verbindung durch die Alpen.











