Gutes tun in der «Perle der Ruhe»

Für Implenia ist das Lernendenwesen sehr wichtig, denn Lernende sind unsere Fachkräfte von morgen. Mit viel Engagement organisiert das Unternehmen zum Beispiel die Sozialprojektwoche in der Schweiz. Lies diesen Bericht, der von unseren drei kaufmännischen Lernenden Gwenäelle Schnyder, Fjolla Abedini und Laurent Ethemi geschrieben wurde, und bekomme einen noch besseren und ungefilterten Einblick in die Sozialprojektwoche, die vom 13. bis 17. Juli 2020 in Saas-Balen, von Schweiz Tourismus «Perle der Ruhe» genannt, stattfand. Das Wochenevent ist eines der Jahres-Highlights für die Implenia Lernenden in der Schweiz.

Am Montagmorgen, 13. Juli 2020, ging es für uns ins Berggebiet von Saas-Balen im Wallis. Bei der Ankunft erwartete uns ein deliziöses Mittagessen, danach ging es schon mit der Arbeit los. Wir wurden in drei Gruppen aufgeteilt und jede Gruppe arbeitete an einem der drei Projekte: Grillstellen-, Brücken- und Wegbau.

Beim Cheminée handelt es sich um einen Grillplatz mit einer Feuerstelle, welcher neu gebaut werden musste. Wir ergänzten den bereits von der Gemeinde vorbereiteten Aushub noch etwas und erstellten dann die Stirnschalung. Im Anschluss haben wir den Pplatz so vorbereitet und armiert, dass wir mit dem angelieferten Beton den Boden für die neue Grillstelle einbringen konnten.

Auch beim Wegbau war der Aushub bereits von der Gemeinde getätigt worden. Den schon eingebrachten Wandkies mussten wir bis auf eine bestimmte Höhe ergänzen. Wir bereiteten alles für den Einbau von Splitt vor, damit wir dann die Platten verlegen konnten. Dank der grossen Vorarbeit der Gemeinde waren wir mit den Arbeiten bereits am Dienstagabend fertig. Am Mittwoch und Donnerstag durften wir Naturmauern neu vermörteln und ein Holzgeländer erstellen.

Beim Brückenbau wurde es ein bisschen komplexer, da wir die benötigten Materialien von weiter bergauf herbeitragen mussten. Als Erstes sorgten wir für die Sicherheit. Dazu wurde mittels Habegger Seilzug eine Life-Line gespannt, an welche man sich anseilen konnte. Dann konnten wir mit dem Rückbau der alten und lottrigen Holzbrücke beginnen. Nach dem Rückbau erstellten wir den Aushub für die Fundamente. Durch die beschwerlichen Gegebenheiten vor Ort wurde in zwei Etappen betoniert. Das Transportieren des Betons war ziemlich schwer, da wir dazu den Weg immer wieder rauf und runter laufen mussten. Nachdem die Fundamente vollständig ausgetrocknet waren, konnten wir mit dem Bau der neuen Brücke beginnen. Wir haben mit der Life-Line die Balken und diverse Materialien über den Bach transportiert. Nachdem die drei Holzbalken für die erste Brücke auf den Fundamenten befestigt waren, montierten wir den Boden der Brücke. Anschliessend kam das Geländer an der Reihe. Als die erste Brücke fertig war, gab es endlich einen sicheren und sauberen Weg zur zweiten Brücke und wir konnten diese mit demselben Vorgehen schnell und zügig errichten.

Dank unserer effizienten Arbeitsweise waren wir schneller als geplant. Schon am Donnerstagmittag waren alle Arbeiten fast fertig, sodass wir den Nachmittag geniessen konnten.

Anfangs hatten wir befürchtet, die Sozialprojektwoche würde ein wenig langweilig und viel zu anstrengend werden, doch es stellte sich das Gegenteil heraus. Auch die Hauptleitung irrte sich mit ihrem Gefühl, dass sie zu viel Arbeit eingeplant hätte für die gesamthaft vier Arbeitstage. Dank der guten Anweisungen der Vorarbeiter Luca Cervasio, Nikola Jovanovic und José Pedro Magalhaes und der sensationellen Zusammenarbeit, auch mit der Gemeinde, funktionierte alles gut. Somit mussten wir keine Bauten halbfertig zurücklassen, sondern konnten die Arbeiten erfolgreich abschliessen.

Das Essen war jeden Tag köstlich und tat nach einem langen Arbeitstag auf der Baustelle gut. Die Abende waren sehr lustig, da wir immer alle zusammen etwas unternahmen. Entweder spielten wir Fussball oder vergnügten uns einfach in der Jugendherberge, lachten und redeten. Meistens konnten wir nicht allzu lange aufbleiben, da wir todmüde vom Tag waren und unsere Ruhe brauchten. So machten wir zwischendurch auch immer, wenn wir Zeit hatten, ein Nickerchen, um fit für die Arbeit und die Abende zu sein.
Wir wussten, dass es in den Bergen mit dem Wetter etwas anders ist als bei uns in der «Ausserschweiz». Aber mit Sonnenbränden bis hin zu Kälteschauern hatten wir nicht gerechnet. Die ersten zwei Tage blieb es trocken und sonnig, am Mittwoch war es leicht bewölkt und regnete gelegentlich. Im Grossen und Ganzen war das Wetter jedoch die ganze Woche über angenehm. Die Atmosphäre war sehr gut und wir haben uns gut verstanden. Da es aber, wie in der Baubranche üblich, wesentlich mehr Männer als Frauen im Lager gab, mussten wir Frauen uns manchmal einen frechen Spruch anhören, zum Beispiel, dass wir etwas Schweres nicht tragen könnten. Das liessen wir aber natürlich nicht auf uns sitzen, gaben den Jungs zurück und machten unsere Arbeit noch besser, was uns auch die Vorarbeiter bestätigten. Wir konnten in dieser Woche Vieles lernen und sind froh, uns freiwillig für sie angemeldet und einen Einblick in die Welt des Bauens gewonnen zu haben, anstatt vor dem Laptop zu sitzen. Wir bedanken uns nochmals bei den Betreuern, den Vorarbeitern und allen, die dabei waren bei dieser lustigen Zeit – und hoffen auf ein Wiedersehen irgendwann.