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Drei Berufe, ein Ziel: Besuch im Tunnel Lyon-Turin

Erfolgsfaktor Nr. 1: ein engagiertes Team; Bild ©Vuedici.org

Die Bauarbeiten am Zugang zum Mont-Cenis-Basistunnel im Rahmen der Eisenbahnverbindung Lyon–Turin (CO08) stellen eine echte Herausforderung in Bezug auf Fachkompetenz und Know-how dar. Heute richten wir den Fokus auf Romain Mabit, Leiter Planung, Stéphane Vial, Leiter der Abteilung Vermessung, und José Pereira Torres, Vermessungsingenieur – unterschiedliche, aber sich ergänzende Funktionen, die gemeinsam den Erfolg des Projekts sicherstellen.

Der Dirigent der Terminplanung 

Romain Mabit ist ausgebildeter Vermessungsingenieur und -topograf und arbeitet heute als Verantwortlicher für die Terminplanung beim Projekt Lyon-Turin (CO08). Romain fühlte sich schon früh vom besonderen Arbeitsumfeld des Tunnel- und Untertagebaus angezogen. Während seines Studiums bot sich ihm 2016 die Gelegenheit, nach Hongkong zu gehen, um sich zum Tunnelbohrmaschinenfahrer ausbilden zu lassen. Anschließend arbeitete er 2018 am Eole-Projekt in Paris. 

2020 begann er bei Implenia in Paris auf der Linie 11 als Schichtleiter an der Tunnelbohrmaschine. Danach war er zwei Jahre lang beim GIE Alliance als Logistikverantwortlicher tätig, bevor er im Oktober 2023 zur Baustelle CO08 des Projekts Lyon–Turin als Verantwortlicher für die Terminplanung wechselte. 

«Ich wollte in einem speziellen Umfeld arbeiten. Was mich besonders angesprochen hat, ist die Atmosphäre im Untertagebau: hoch technisiert, aber zugleich sehr familiär», erzählt Romain. 

Auf einer Baustelle wie CO08 stehen Produktion und Baufortschritt an oberster Stelle. Genau hier kommt Romain ins Spiel. Als Verantwortlicher für die Terminplanung beobachtet, hört und befragt er alle Bereiche – Ausbruch, Ausbau, Oberfläche und Planung –, um die notwendigen Informationen zu sammeln, abzugleichen und ein ganzheitliches, stimmiges Gesamtbild des Projekts zu erhalten. 

«Meine Aufgabe ist es, den Überblick zu behalten. Ich bündle die Informationen aller Bereiche und antizipiere demnächst anfallende Aufgaben. So bleibt die Baustelle auf Kurs», erklärt Romain. 

Den Baufortschritt verfolgt Romain mithilfe von Anwendungen wie Microsoft Project, Primavera, Tilos und sogar KI-gestützter Software, um den Terminplan in Echtzeit anzupassen. Jeden Monat aktualisiert er den Gesamtterminplan für die Bauleitung und weist auf mögliche terminliche Auswirkungen hin. 

Für ihn liegt der Schlüssel zum Erfolg in der Antizipation und der Teamarbeit. Jeden Donnerstag nimmt er gemeinsam mit den Bereichsleitern an einer Baustellenbegehung teil, ein zentraler Moment, um Situationen zu analysieren und Lösungen vorzuschlagen. Seine Aufgabe beschränkt sich nicht nur auf die Planung: Er analysiert auch die Produktionsleistung und schlägt Anpassungen vor, um den Terminplan zu optimieren. 

«Was mir am meisten gefällt, ist, die Teams zusammenzubringen, um ein Problem zu lösen, und zu sehen, wie jeder seinen Beitrag zum Gesamtwerk leistet», ergänzt Romain. 

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