Zukünftige Generationen für eine Karriere am Bau gewinnen

«Die Idee ist, Primarschülern im Alter von 8 bis 12 Jahren einen Einblick in unsere Berufswelt zu vermitteln», erklärt Frédéric Lablanquie. Als Talent Acquisition Partner sucht er normalerweise nach Baufachkräften für Implenia Hochbauprojekte in der Westschweiz. Diesmal gelten seine Bemühungen einem wesentlich jüngeren Publikum.
«Als wir im Team überlegt haben, wie wir Nachwuchstalente für eine Karriere in der Baubranche begeistern könnten, wollten wir ihnen vor allem ein praktisches Erlebnis bieten», so Frédéric Lablanquie. «Das Ergebnis war ein einzigartiger Stand, wo wir sieben Tage lang im Akkord produziert und gebaut haben.»
Von Montag bis Freitag strömten die Kinder in Gruppen von 20 bis 25 Personen zum Stand und produzierten dort jeweils 45 Minuten lang Bauteile aus Gips. «Insgesamt 89 Bauteile haben wir hergestellt, streng nach Plan», betont Frédéric Lablanquie. «Wir wollten, dass die Kinder sehen, wie das bei einem echten Bauprojekt abläuft, gemeinsam im Team und mit einem engen Zeitrahmen.»
Für das Projekt hatte das Team der Division Real Estate Pläne für den Bau erstellt; Kollegen aus den Divisionen Buildings und Civil Engineering begleiteten die Umsetzung am Stand, mit Material, das das Team der Werkhöfe (ETS) organisiert und zeitgenau geliefert hatte. Und auch die rund 800 Kinder, die im Lauf der Woche am Stand tatkräftig mit anpackten, leisteten ihren Beitrag: Ende Woche stand das Gebäude – und wurde am Wochenende von wieder anderen Kindern sorgfältig ausgemalt.
«1'424 Fenster zu bemalen, auch das war ein rechtes Stück Arbeit», erzählt Frédéric. Wie sie die Kinder motivieren konnten, so tapfer durchzuhalten? «Mit einem kleinen Goodie», lacht er. Als das Gebäude fertig und nur noch die Fenster zu bemalen waren, durften die Kinder als Souvenir Margariten aus Gips giessen. «Unter der Voraussetzung, dass sie zuvor mindestens vier Fenster bemalt hätten.» Und im Wissen, dass sie nicht ihre eigenen Margerite mit nach Hause nehmen würden, sondern die eines anderen Kindes. «Gips muss trocknen – anders lässt sich das nicht organisieren. Aber das ist auch gut so: So ist das am Bau: Wir alle hängen von der Arbeit der anderen ab, Teamwork ist gefragt. Und man muss sich auch für die anderen anstrengen – und davon profitieren, dass die gut gearbeitet haben.»
Die Bilanz am Ende der Woche: durchwegs positiv. «Von Seite von Implenia waren über 25 Kolleginnen und Kollegen involvier, darunter auch drei Lernende. Gemeinsam haben wir den Stand geführt und die Arbeiten koordiniert. Das war ein echtes Teamerlebnis – auch weil Teammitglieder aus unterschiedlichen Bereichen sonst nie miteinander zu tun haben und auch viele Details von deren Arbeit nicht wirklich kannten.»
Auch bei den Kindern ist der Stand extrem gut angekommen. Der Beweis? «Am Wochenende konnten die Kinder mit ihren Familien das fertige Projekt bewundern. Sehr viele, die Anfang Woche dran waren, sind am Wochenende wiedergekommen, um ihr Werk zu bewundern.» Und auf noch etwas ist Frédéric Lablanquie stolz: «Wir hatten den einzigen Stand, wo Kinder so praktisch Hand anlegen konnten und das einzige Give-away selbst produzieren mussten. Statt Geschenken gab es bei uns ein Erlebnis – ich bin sicher, das bleibt in Erinnerung!»
MINT Vaud
MINT Vaud ist eine interaktive und spielerische Messe, die Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis12 Jahren für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) begeistern soll. Die zweite Ausgabe fand vom 24. Februar bis 2. März 2025 im SwissTech Convention Center der EPFL statt. Diese vom Departement für Unterricht und Berufsbildung initiierte Messe ist während der Woche für Klassen aus dem Kanton Waadt und am Mittwochnachmittag und am Wochenende für Familien geöffnet.
MINT Vaud ist gleichzeitig Forschungslabor, Entdeckungswerkstatt und eine echte Erlebnismesse und hat zum Ziel, Kindern die Lust an diesen zukunftsträchtigen Branchen und Studiengängen zu vermitteln. Durch Experimente und Spiele lassen rund zwanzig Unternehmen, Universitäten und Fachhochschulen die Besucher die Vielfalt ihrer Bereiche entdecken, deren berufliche Möglichkeiten und Perspektiven – die sowohl über die Berufsausbildung als auch über die akademische Ausbildung zugänglich sind – besser bekannt gemacht werden müssen. Diese Messe ist auch eine Gelegenheit, Mädchen zu zeigen, dass sie in diesen überwiegend männlichen Bereichen ihren Platz haben.