Bauen in der Kälte: Wenn der Winter den Rhythmus diktiert

Der Bau einer Eisenbahnbrücke unter winterlichen Wetterbedingungen ist anspruchsvoll, besonders wenn sich Wetter und Temperatur plötzlich ändern. In Tangenvika arbeitet Implenia unter Bedingungen, die gelegentlich sowohl Frosttemperaturen als auch starken Schneefall bieten.
«Das stellt hohe Anforderungen an Planung und Umsetzung. Um den Herausforderungen zu begegnen, werden sowohl Arbeitsmethoden, Materialnutzung als auch technische Ausrüstung den ganzen Winter über kontinuierlich angepasst», erklärt Projektleiter Martin Schweizok von Implenia.
Sicherheit und Arbeitsbedingungen in der Winterkälte
Gute Kleidung und sichere Arbeitsbedingungen sind entscheidend, wenn die Temperatur sinkt. Die Mitarbeitenden auf der Baustelle tragen Schutzausrüstung und Kleidung, die vor Kälte und Feuchtigkeit schützt. Dabei ist es wichtig, dass ihre Mobilität nicht eingeschränkt wird, damit sie ihre Arbeit auch warm eingepackt mit voller Präzision ausführen können. «Wenn sie das Gefühl in Ihren Fingern verlieren oder steif in den Gelenken werden, steigt das Risiko von Fehlern und Unfällen», erklärt Martin Schweizok.
Das Projekt Tangenvika

Seit 2022 baut Implenia Norwegen die zweigleisige Tangenvika-Eisenbahnbrücke, die Espa und die Halbinsel Tangen miteinander verbinden wird. Mit ihren 1042 Metern wird sie die längste jemals in Norwegen gebaute Eisenbahnbrücke sein.
Die Winterkälte verursacht grosse Herausforderungen im Zusammenhang mit Schalungen und Arbeitsflächen. «Die Schalung muss vollständig eisfrei gehalten und beheizt werden, damit wir den Beton giessen können. Es ist nicht einfach, wenn die Temperatur so niedrig ist und wir viel Schnee und Eis haben. Ausserdem müssen wir sicherstellen, dass alle technischen Geräte bei diesen Temperaturen funktionieren. Die Kälte wirkt sich sowohl auf Hydraulik, Elektronik als auch auf Batterien aus, daher müssen wir immer der Zeit voraus sein. Das erfordert kontinuierliche Nachverfolgung und zusätzliches Personal», erklärt Martin Schweizok.
Planung nach Wetter- und Schneebedingungen
An der MSS-Struktur oben auf der Brücke haben die Arbeiter ein Dach, das einen gewissen Schutz vor Witterungseinflüssen bietet. «Die Abdeckung hilft sehr, aber die Arbeit ist unter diesen Bedingungen immer noch äusserst anspruchsvoll. Auf dem Grundbau haben wir keine Möglichkeit, ein Dach zu installieren, und dort sind wir völlig dem Wetter ausgesetzt», so Martin Schweizok.
Die Wettervorhersage spielt daher eine Schlüsselrolle bei der Planung der Arbeit. Der Fortschritt wird kontinuierlich angepasst, und der Fortschrittsplan berücksichtigt Phasen, in denen die Arbeit unterbrochen werden muss.
«Bei starkem Schneefall geht es darum, rechtzeitig anzuhalten, sich zu bedecken und manuell aufzuräumen. Dann gibt es oft mehr Schaufeln als Bauarbeiten», erklärt er.
Maschinen, die der winterlichen Kälte standhalten müssen
Die Sicherheitsmassnahmen betreffen auch Maschinen und technische Geräte: Bei tiefen Temperaturen verlieren Batterien an Kapazität, und Schmierstoffe verändern ihre Eigenschaften.
«Wir lagern Batterien in beheizten Räumen und holen sie erst unmittelbar vor der Nutzung hervor. Einige Maschinen sind vorübergehend eingestellt, um einen stabilen Betrieb zu gewährleisten», beschreibt Martin Schweizok das Vorgehen. Und fasst abschliessend zusammen: «Arbeiten unter Winterbedingungen erfordert sowohl Erfahrung als auch gute Routinen. Mit guter Planung und den richtigen Massnahmen können wir sowohl sicher als auch effizient bauen, selbst wenn der Winter seine anspruchsvollste Seite zeigt.»
Bauen in der Kälte: Eindrücke von den Winterarbeiten an der Tangenvika-Eisenbahnbrücke:













