Hallo, Karel: Wie funktioniert Innovation?

Karel van Eechoued, Leiter des Implenia Innovation Hubs, erklärt, warum erfolgreiche Innovationen nicht die technische Machbarkeit, sondern Kunden- und Nutzerbedürfnisse in den Mittelpunkt stellen müssen.

Karel, was genau ist Innovation?

Innovation bedeutet die Entwicklung neuer oder verbesserter Produkte, Dienstleistungen oder Ansätze, die einen kommerziellen oder gesellschaftlichen Wert schaffen. Eine einfache Formel lautet:

Innovation = neue Idee x Kommerzialisierung.

Es ist keine Innovation, nur Ideen zu haben. Wir müssen versuchen, diese in kommerziell nutzbare Lösungen für Kunden und Endverbraucher zu verwandeln. Dafür müssen wir die Kluft zwischen Technologie und Forschung und der reinen Geschäftsentwicklung überbrücken.

Wie innovativ ist Implenia?

Wir haben eine wachsende Gemeinschaft von innovationsfreudigen und unternehmerisch denkenden Kolleginnen und Kollegen. Ich bin immer wieder beeindruckt, wie lösungsorientiert und aufgeschlossen die Menschen bei Implenia sind, das hilft uns sehr. Das spürt man auch im Kickbox-Prozess, wo bereits mehr als 75 Ideen von Mitarbeitenden eingereicht worden sind.

Wo können wir uns noch verbessern?

Ich sehe Potenzial auf zwei Gebieten: Erstens müssen wir unsere Kunden noch radikaler in den Mittelpunkt unserer Innovationstätigkeit stellen. Wir sind schon sehr gut darin, Lösungen für gegebene Herausforderungen anzubieten, aber wir können noch besser darin werden, die Bedürfnisse unserer Kunden gesamthaft zu verstehen und ihnen proaktiv zu helfen, die Gebäude und Infrastrukturen zu gestalten, die sie wirklich brauchen.

Und das zweite Gebiet?

Die meisten von uns sind Ingenieure oder technische Experten. Deshalb neigen wir dazu, uns stark auf die «Machbarkeit» neuer Technologien und Konzepte zu konzentrieren. Das heißt, wir stellen die technische Umsetzung und das "Wie" in den Mittelpunkt. Damit aus starken Innovationen erfolgreiche Produkte oder Dienstleistungen werden, für die die Kunden bezahlen wollen, zählen aber vor allem auch die Fragen nach der «Wünschbarkeit»: Will der Kunde das Produkt wirklich und ist er bereit, dafür zu bezahlen?; und der «Durchführbarkeit»: Können wir es zu einem kommerziellen Erfolg machen?

«Wir müssen unseren Kunden dabei helfen, herauszufinden, was sie brauchen.»

Karel van Eechoud, Senior Innovation Manager

Warum ist Innovation für einen Bau- und Immobiliendienstleister wie Implenia so wichtig?

Die Art und Weise, wie wir leben, arbeiten und reisen, verändert sich rasant – und damit die Kunden- und Nutzerbedürfnisse. Diese müssen wir verstehen, wenn wir erfolgreich und nachhaltig die Welt von morgen bauen wollen. Die Anwendung traditioneller Techniken und Ansätze reicht nicht aus. Wir müssen neu überdenken, wie und was wir in Zusammenarbeit mit unseren Kunden bauen.

Wie reagieren wir erfolgreich auf Veränderungen auf dem Markt und in der Gesellschaft?

Wir müssen den Kunden in den Mittelpunkt stellen, ihre Bedürfnisse verstehen und wissen, wie sie sich verändern. Mit Kunde meine ich nicht nur das Unternehmen, das unsere Rechnungen bezahlt, sondern auch die Nutzer, die tatsächlich durch unsere Tunnel fahren, die Menschen, die in den von uns gebauten Büros arbeiten, und die Familien, die in den von uns entwickelten Immobilien leben.

Wie gelingt das am besten?

Wir müssen die Zukunft der Mobilität, der Arbeit und des Wohnens verstehen und erforschen. Das hat nichts mit Technologie zu tun, sondern damit, die menschlichen Bedürfnisse zu verstehen. Normalerweise sind wir stark darin, mit guten Angeboten auf Ausschreibungen zu antworten und zu bauen, was verlangt wird. In Zukunft müssen wir noch einen Schritt weiter gehen. Wir müssen unseren Kunden dabei helfen, herauszufinden, was sie brauchen und wie sie das in nachhaltige und gut gestaltete Infrastrukturen und Gebäude umsetzen können, die die Menschen glücklich und effizient machen!